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RL Unternehmen vs.Second Life

Von Puuchan Babenco

Man glaubt es kaum, der Avastar hat mit seinem Artikel „Copyright – I Don´t Care“ die RL-Unternehmen darauf aufmerksam gemacht, und Linden Labs änderte mal eben so seine Richtlinien, ohne das größer zu kommentieren. Viele User, die sich hier ein kleines Unternehmen aufgebaut haben, haben dies teilweise dadurch geschafft, dass sie einige ihrer Teile mit den Logos bekannter Marken schmückten. Durch den Artikel des Avastar wurde nun einiges ins Rollen gebracht, und der erste „Verlierer“ steht nun offiziell fest. Es ist King Pascal, der im Gebiet namens Kaufrausch einen Laden betrieben hat. Richtig gehört: er hat ihn betrieben, denn nun ist der Laden zwangsgeschlossen.

Doch was für Auswirkungen hat das noch? Jeder zweite Betrieb hier muss nun Waren aus seinen Regalen nehmen, die laut Copyright den Firmen gehören. Firmen, die sich hier gerade versuchen, mit aller Gewalt zu etablieren. Die Stimmen vieler User innerhalb von Second Life werden immer lauter, sie wollen keine RL-Unternehmen in ihrem Land. Viele kleine Unternehmen, die von normalen Usern geführt werden, sehen sich in ihrer Angst bestätigt, dass die großen Unternehmen aus dem First Life alles kaputt machen werden. Die Angst, dass wir hier David gegen Goliath spielen, greift um sich. Mit den neuen Richtlinien sind den RL-Unternehmen alle Wege geebnet, sich hier auszubreiten und ihre Markenmacht zu nutzen. Was kann ein normaler User mit seinem ersten Shop schon gegen eine große Ladenkette ausrichten? Ist unsere Befürchtung begründet?

Die Zahlen von Linden Labs zeigen, dass wir immer mehr User werden und bei aktueller Fortschreibung spätestens im August bei 9 Millionen Einwohnern angelangt sein werden. Die großen Unternehmen sehen das mit Argusaugen. Wo kann man sich heutzutage noch etablieren und einen „First Strike“ landen und somit der Konkurrenz eine Schritt voraus sein, wenn nicht auf dieser Plattform? Toyota und Nissan waren die Vorreiter in der Automobil-Branche. Nun ist Mercedes nachgezogen, doch der Mehrwert für uns User bleibt den meisten von uns immer noch verschlossen. Ist es nicht eigentlich das Gegenteil, was die Firmen damit bewirken? Das Land, das sie aufkaufen und mit tollen Häusern vollstopfen, deren Sinn und Zweck es einfach nur ist, nett auszusehen, ist Land, das den Usern verschlossen bleibt.

Linden Labs kommt jetzt schon nicht mehr mit der Produktion von Mainland hinterher. Nach der ach so tollen Marketing-Idee der EnBw mit den Rucksäcken, die den meisten definitiv nicht gefallen hat, scheinen nun auch die restlichen Großunternehmen zu denken, dass sie unsere Welt immer mehr mit Werbe- und Merchandisingprodukten überfluten können. Was diesen Damen und Herren aber nicht einfällt, ist, dass wir uns hier eigentlich eine Plattform geschaffen haben zum Gedankenaustausch oder um unsere eigenen kreativen Fähigkeiten auszuleben. Keine dieser Firmen sieht scheinbar, dass sie mit ihrer „Gewaltmethode“ hier mehr Unruhe stiften als dass sie das Land vorantreiben.

Wenn man so will, kann man Second Life als einen Staat im Aufbruch betrachten. Vor noch nicht allzu langer Zeit wussten die meisten Menschen nicht mal, wo sie uns auf der Karte finden, doch dadurch, dass man uns entdeckt hat und unsere „Schätze“ für sie als lohnswert gelten, wird ausgebeutet, was das Zeug hergibt. Doch ich will nicht unfair sein. Es gibt Unternehmen, die versuchen, mit den Spielern zusammen etwas zu schaffen und mit ihnen zusammen etwas „Neues“ zu entwickeln. Doch leider sind diese in der Minderheit. Ich sehe viel Potenzial in einigen Projekten, die ein Miteinander gut ermöglichen würden, doch leider sehe ich auch viele Unternehmen, die nur eins im Sinn haben: sich hier „schnell“ einen Namen machen und dann weiterziehen. Das erinnert einen recht bedenklich an eine Heuschrecken-Plage.

Wie können wir uns dagegen wehren? Das ist wohl die Frage, die wir uns alle stellen, denn eins ist sicher: Die User werden sich das nicht gefallen lassen, wenn sie von allen Seiten mit Werbung erdrückt werden. Es ist schon sehr verwunderlich, dass innerhalb kürzester Zeit alle anscheinend Experten in Sachen Second Life geworden sind. Doch wirklich beschäftigt haben sich nur die wenigsten damit, und ich meine hier nicht, dass die Leute mal schnell ein paar Blogs und Artikel quergelesen haben und ne Woche eingeloggt waren. Das große Ziel der User war es immer, sich ihre Träume und Wünsche hier zu verwirklichen, die sie im RL nie hätten schaffen können. Doch mit dieser kleinen Änderung wurde Goliath eine Bazooka in die Hand gedrückt, und er zielt gnadenlos auf uns…
27.2.07 08:25
 


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