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Kapitel 3.3

Als sie ein weiteres Mal die Augen öffnete war es bereits hellerlichter Tag, ihre Glieder schmerzten und an der Seite hatte sie ein unerträgliches Stechen. Ihre Lippen waren auf gesprungen und ihre Gaumen fühlte sich an als ob sie eine Wüste darin hätte und nicht weiches feuchtes Mundschleimhautgewebe. Die Drummerband in ihrem Kopf schien leiser geworden zu sein und insgesamt war eins sicher, sie lebte noch. Durch ihre noch verschwommen Gedanken hindurch wurde ihr wieder klar wo sie sich befand. Innerhalb eines kurzen Moments waren alle ihre Sinne wieder auf Hochtouren. Sie mussten hier weg und das schnell, nicht nur das, sie mussten ihn nun auch in diese Geschichte mit hineinziehen. So gut es ging und vor allem schnell versuchte sie sich aus dem Bett zu erheben. Die Wunde an ihrer Seite platzte auf der Stelle wieder auf und blutete stark. Sie unterdrückte den Gedanken an den Schmerz und somit den schmerz selber und stellte die Beine auf den Boden. Eine Hand auf die Wunde gedrückt und die zweite nutze sie um genug Schwung zu bekommen um aufzustehen. Ihr wurde schwindelig doch sie unterdrückte den aufkeimenden Brechreiz und wankte in Richtung des Türrahmens.

Sie legte gerade die Hand auf den Rahmen legte, als Seerah sie sah. „Vergiß es Sam. Leg dich zurück ins Bett du bist noch zu schwach.“ Er stützte sie da sie zu fallen drohte, ohne Probleme konnte er ihren geschwächten Körper anheben und zurück dahin verfrachten, wo er es für gut befand. Zu diesem Zeitpunkt war es das Bett. „Du verstehst nicht.“ setzte sie flehend an. Er drückte die Decke feste als gewollt auf die Matratze um sie darunter fest zu halten. „Ja, du hast Recht. Ich verstehe nicht alles. Wie sollte ich auch“ Der Schmerz und ein leicht ungehaltener Unterton schwangen in seiner Stimme mit. Ihr Blick blieb fest, sie wusste genau worauf er anspielte. „Zur Abwechslung hörst du mir zu. Wir werden noch Zeit haben alles genau zu besprechen, aber bis dahin wirst du dich ausruhen. Unsere Abreise ist heute Abend, das heißt du hast noch 9 Stunden um dich auszuruhen.“ Er drehte sich ohne ein weiteres Wort um und ließ sie alleine zurück.

Seerah war wütend, es stand außer Frage dass er sie liebte. Doch hatte sie einen Fehler begannen, sie hatte ihn ausgeschlossen ihm nicht genug vertraut. Sie waren immer ein gutes Team gewesen und dann auf einen Schlag schloss sie ihn aus. Verschwand, tauchte auf und dachte dann dass er das einfach auf die Seite schob. Eine Eule flatterte in das Wohnzimmer durch die offene Balkontüre. Der Brief landete auf dem Esstisch und die Eule verschwand so schnell, wie sie gekommen war.

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Gruß C.

Das war eine beruhigende Nachricht, ihre Reise war gesichert. Er ließ die Nachricht ihm Feuer des Kamins verbrennen. Die Flammen züngelten gierig nach dem Papier während er sich bereits auf den Weg in die Küche machte. Sie würden sich stärken müssen, es war nicht sicher wann sie wieder dazu kamen. Seerah bereitet ein Essen zu das abgeschmeckt war mit einigen spezial Kräutern aus dem Garten seiner Mutter. Sie sollten bewirken das sie über einen gewissen Zeitraum auch mit weniger Nahrung überleben konnten und ihr Körper sozusagen einmal komplett mit Energie gefüllt wurde.
Benu kam dazu und half ihm, sie arbeiteten schweigend nebeneinander. „Wie lange willst diese Stille noch hoch halten. Sie ist erdrückend.“ Das Messer in seiner Hand begann leicht zu zittern. Mit der Spitze voraus rammte er es in das Schneidebrett in dem es leicht schwankend stecken blieb. Erschrocken wich sie einen Schritt zurück. „Nun sag du es mir. Acht Monate lang höre ich nichts von Sam oder dir. Dann taucht ihr hier in Beduinengewändern auf und im Anhang nicht zu vergessen, dieser Kerle die mit euere Hilfe die Wohnung in Schutt und Asche legen. Als ich in Alexandria war werde ich von wandelnden Leichenteile angefallen und finde Baha verletzt vor nach dem eine Lichtgestalt mich so durch eine Türe schmetterte das sämtliche Knochen in meinem Leib gebrochen wurden. Sag du es mir Benu, wer von uns hätte etwas zu erzählen. Ich oder ihr?“ Seine Stimme war immer leiser geworden, man könnte sagen bedrohlich. Benu wendete sich wieder den Karotten zu die sie zu schälen begonnen hatte. „Du hast Recht und auch wieder nicht.“ Die Schalen fielen in eine kleine Schale in der schon einige lagen. „Es war schwer für sie, für uns. Wir wollten euch schützen und alles verstehe ich immer noch nicht. „ Sie legte den Schäler zur Seite und wandte sich den Tomaten zu. „Ich hätte nie gedacht das es mir einmal Freude machen würde solch einfachen Dinge wie Hausarbeit zu tun.“ Sie lächelte leicht und ihre Eckzähne blitzten leicht hinter ihren Lippen hervor. „Was soll ich sagen Seerah. Es sieht so aus das wir uns mitten in einer Geschichte befinden die jedem Märchen ehre machen würde und jedem Horrorfilm“. Er lehnte sich nun gegen den Küchentresen und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Dann fang mal mit der Märchenstunde an, ich bin gespannt.“ Benu viertelte mit schnellen geschickten Bewegungen ihres Messers die Tomaten. Die Art wie sie es tat, zeigte nur zu deutlich wie gut sie mit solch einem Werkzeug umgehen konnte.
„Einst lebte ein Pharao dessen Tochter intelligent und schön war. Bei Frauen immer eine sehr gute Kombination, für Männer die in sie verliebt war meist eine tödliche. Der Hohepriester des Anubistempels war es, er liebte sie überalle maßen. Nach einiger Zeit des werbens hatte er es sogar geschafft ihr Herz für sich zu gewinnen. Doch es gab da einige, nun ja nennen wir es typische Märchenprobleme.“ Er wendet sich nun den Kräutern zu und bearbeitet diese mit einem kurzen Messer um sie so klein wie möglich zu häxeln. „ Ihr Vater war gegen die Verbindung, er selbst hatte an eine Verbindung seiner Tochter mit dem Königshaus von Mesopotamien gehofft. Seine politische Macht sollte so gestärkt werden. Hypolite, so heißt die Pharaonentochter war das natürlich überhaupt nicht recht. Aber auch der Priester selbst, Erothep hatte so seine Schwierigkeiten die Tempelpriester davon zu Überzeugen das er sie ehelichen durfte.“ Benu nahm sich einen Schluck aus der Tasse vor sich und seufzte leicht. Es war nicht einfach für sie diese Geschichte zu erzählen. Hatte sie doch selbst bis vor wenigen Monaten geglaubt das es nicht mehr war, als eine Geschichte. Sie hatte so sehr unrecht gehabt.
10.9.07 21:41
 


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