Night - Free Template by www.temblo.com
Could it may come true

Hier stand sie also wieder. Die Freude, ihn zu sehen, überschattete ihr schlechtes Gewissen. Das Spiel, dieses Versteckspiel, das sie nun schon seit Wochen trieben, es riss an ihren Nerven und gleichzeitig zählte nichts außer der Tatsache, dass in diesen paar Stunden, in denen sie zusammen waren, er ihr alleine gehört. Ihre braunen Augen blieben gedankenverloren an der Entenfamilie hängen, die auf dem Fluß dahinschwammen.

Die dunklen Gedanken beiseite schiebend, lief sie über die Brücke, das leichte Rauschen des Flusses im Rücken und die schmale Gasse vor ihr. Einige Male war sie hier schon entlang gelaufen und doch – ihr Herz machte immer noch einen kleinen Hüpfer vor Aufregung. Nur wenige Schritte noch trennten sie von ihm. Ein leichtes Zittern durchfuhr sie, als sie ihre Hand auf die Klinke zum Treppenhaus legte. Jetzt war noch Zeit umzudrehen, unter das Ganze einen Strich zu ziehen und endlich damit abzuschließen. Doch es war wie die Male zuvor: das Verlangen, dieses Sehnen im Herzen, war größer. Ein leichter Windstoß trieb sie hinein in den dunklen Treppenaufgang. Mit hastigen Schritten erklomm sie die Stufen auf sein Stockwerk, in Gedanken sich selbst ermahnend, dass es dieses Mal anders laufen würde. Sie schalt sich selbst in Gedanken dafür, dass sie ihn angerufen hatte.

Die ersten Tränen bahnten sich schon wieder ihren Weg die Wangen entlang, warum nur musste ihr Leben immer wieder so kompliziert werden? Sie hatte nicht anders können, nach der Schocknachricht musste sie ihn einfach sehen, sie hatte sich wieder so einsam gefühlt und seine Arme waren das beste Gegenmittel. Dieses Nachricht das ihr Vater im Krankenhaus lag wegen eines Herzinfarktes die Nachricht das alle Last der Familie, der Betrieb die Geschwister und das Haus wieder einmal auf ihren Schultern lag, diese Last war einfach zu schwer für sie.

Das schrille Klingen seiner Haustür ließ sie aus ihren Gedanken aufschrecken. Wie war sie so schnell vor seine Türe gelangt ? Ein paar Schritte innerhalb der Wohnung, die Gedanken in ihrem Kopf rasten wild durcheinander. „Lauf es wird nicht gut gehen es wird wieder wunderbar sein und danach wird dein Herz wieder daran zugrunde gehen Lauf , Lauf weit weg „rief ihr ihre Vernunft zu, aber es war schon zu spät.

Die Tür ging auf und er stand im Rahmen. Sie blickte auf und die Flut an Tränen, die zu bändigen sie die ganze Zeit schon versucht hatte, brach aus ihr heraus. Es war wie immer, sie brauchten keine Worte, er nahm sie in den Arm und der Schmerz in ihrer Brust wurde kleiner, die Stimme der Vernunft wurde leise und ihr Herz schrie vor Freude glockenhell auf. Er zeigte auf sein Zimmer und ohne große Worte setzte sie sich am Fußende seines Bettes hin. Die heißen Tränen hinterließen salzige Spuren in ihrem Gesicht. Vorsichtig setzte er sich neben sie und fuhr beruhigend mit seiner Hand über ihren Rücken. „Was genau ist den passiert?“ die Sorge in seiner Stimme war echt. Stockend begann sie zu erzählen und wie so oft sprach er das aus was sie eigentlich hätte selber wissen müssen. Warum nur musste er immer recht haben ?

Ihr Gesicht wandte sich seiner Schulter zu, um dort den Trost zu finden, den sie so sehr brauchte. Sie ließen sich nach hinten sinken und sie weinte eine zeitlang an seiner Brust, während er beruhigend auf sie einsprach und ihr mit zärtlichen Gesten zeigte, dass sie nicht alleine war. Nach geraumer Zeit wurde ihr Schluchzen leiser in ihren Gedanken überschlug es sich wieder, es wurde ihr wieder klar, wie sehr sie auf ihn reagierte. Langsam erhob sie sich, sie musste jetzt gehen, sie musste einfach. Bei ihren Worten schüttelte er den Kopf, in diesem Zustand ließe er sie nicht mehr fahren. Ihr Widerstand brach augenblicklich, er warf ihr eins seiner Shirts und eine Hose zu, damit sie nicht in ihrer Jeans schlafen musste. So kuschelte sie sich dann an den Platz in seinem Bett, den sie schon ein paar Mal besetzt hatte. Leise weinte sie immer noch vor sich hin, doch als er seinen warmen Körper an sie drückte, versiegten die letzten Tränen. Sein sanfter warmer Atem direkt neben ihrem Ohr und der Arm, der sich beschützend um sie legte, ließen sie sich langsam wieder in die Welt des Vergessens zurückziehen.

Sie redeten noch etwas, er brachte sie zum Lachen und die Welt um sie herum, alles, was eigentlich gegen ihr Beisammensein sprach, verschwand im Dunkel der Nacht. Jedes einzelne ihrer Nackenhärchen stellte sich auf, als er mit einer Hand zärtlich eine Strähne aus ihrem Gesicht strich. Sie liebte es einfach, wenn er das tat, so wie sie jede einzelne seiner Berührungen brauchte. Er war ihre Droge, eine Sucht, der zu entkommen sie einfach nicht schaffte. Mit einem wohligen Seufzen drehte sie sich zu ihm um und versteckte ihr Gesicht an seiner Brust. Es war wie immer, sein Herz klopfte genau so wild wie ihr eigenes, es schien, als versuchten sie aus der Brust zu springen, um im gleichen Takt aufeinander zuzugehen. Die Dunkelheit war ihr Verbündeter, nur in der Dunkelheit konnten sie einander zeigen, was sie empfanden. Die Zweifel, die wieder in ihr aufkeimten, wurden heruntergeschluckt, sie wusste es doch genau. Sie kannte ihn doch mehr, als er vielleicht ahnte. Niemals, so sah es aus, niemals würde er zu ihr stehen vor all ihren Freunden.

Wer von ihnen würde es denn auch verstehen? Keiner. Nicht einer würde es verstehen und leider waren sie beide in einer Position, in der sie sich das nicht leisten konnten. Ihre Wege hatten sich schon vor einiger Zeit gekreuzt und sie waren beide Menschen die anderen die Richtung wiesen ihnen zusprachen wenn diese keinen Mut mehr hatten oder ihnen beistanden wenn diese einsam oder hilflos waren. Sie gehörten einer Gemeinschaft an die sich Gegenseitig unterstützen und das alles durch das Internet. Ein Spiel eine Gemeinschaft und Freunde die man nie wieder verlieren möchte. Doch dadurch das sie beide in dieser Gemeinschaft andere unterstützten und ihnen halfen hatten sie selbst niemanden den sie waren ja die Starken. Zumal die meisten auch dachten das sie beide jeweils einen Partner hätten doch dem war schon lange nicht mehr so. Aber dieses Bild der Stärke musste aufrecht bleiben damit die anderen ihre Kraft und Freude daraus zogen konnten.

Es schien, als würde das gesamte Universum gegen sie kämpfen. Wie schaffte er das nur, diese Frage beschäftigte sie schon eine Weile. Während alle merkten, das es ihr nicht gut ging, war er die Ruhe selbst. Irrte sie sich etwa, waren seine Gefühle für sie gar nicht so stark, wie sie dachte? War sie für ihn wirklich nur eine Freundin? Aber andererseits gab es so viel, was dagegen sprach. Worte, die er ihr heimlich zugeflüstert oder geschrieben hatte. Worte, die sie jetzt noch immer dazu brachten, zu lächeln. Wie so oft musste sie an sein Verhalten ihr Gegenüber denken wenn sie sich mit ihren Freunden trafen nein er war nicht kühl oder abweisend es war schlimmer. Sobald sie aufeinander trafen und mehr Personen um sie herum waren ignorierte er sie größtenteils, er ließ sich nicht einen Hauch anmerken von den Dingen die er ihr sonst schenkte. Während dieser Zeit war sie nur eine unter vielen. Traurigkeit beschlich ihr Herz wieder, warum nur machte er nicht wenigstens einmal eine Andeutung warum ließ er sie links liegen und plauderte nicht einfach mal normal mit ihr. So wie er es mit den anderen tat. Mitunter schien es ihr das sie nur ein Spielzeug war, ein netter Zeitvertreib der dann gut genug war wenn er sich dazu herab ließ. Alle ihr flehen ihr betteln versteckt in netten Worten die sie sonst austauschten wurden übergangen abgeschmettert. War sie seine Achilles Ferse ? Der Wunde Punkt der ihn angreifbar machte und somit zeigte das er auch Wünsche Träume und Hoffnungen hatte. Wie so oft folgten ihre Gedanken den wirren Bahnen ihrer Fantasie und Angst. Er gab ihr wie so oft Rätsel auf, wie nur konnte sie seine Schale knacken um an seinen Kern ran zu kommen.

Doch jetzt war nicht die Zeit, trübe Gedanken zu haben, nein, jetzt nicht. Genüsslich sog sie seinen Duft ein. Sie musste die Zeit nutzen, musste genießen in vollen Zügen. Wie eine Ertrinkende musste sie jede Sekunde, in der sie ihn für sich hatte, in der seine Gedanken nur ihr galten, fest halten, einschließen in ihr Herz. Sie schwor sich, dass es das letzte Mal sein sollte, wo sie ihn alleine traf, doch dafür wollte sie ihn haben. Ihre nach Liebe und Zärtlichkeiten süchtigen Lippen suchten die seinen. Würde er es erwidern oder waren seine Worte nur gespielt? Doch zu ihrem Entsetzen und zu ihrer Freude schenkte er ihr das, was sie wollte. Mehr als das, die zuerst zögerlichen Erwiderungen wurden gieriger. Nicht nur sie wollte ihn besitzen, seine Hände erforschten sie, ließen sie süße Qualen ertragen. Feurige Augen und gierige Lippen, ein Ringen, ein Kampf der Zärtlichkeiten des Verlangens nach dem Körper und Geist des anderen. Ihre Augen verschlangen ihn, genossen es, wie er bebte unter ihren Berührungen, die so scheinbar zufällig und doch so gewollt waren. Seine feurigen Lippen küssten jede Stelle an ihrem Körper als ob er sie verschlingen wollte. ......................
.
Es sollte nicht das letzte Mal sein in dieser Nacht und doch schliefen sie beide ein.

Der Morgen kam und mit ihm die Erkenntnis. Die Fragen huschten durch ihren Kopf, doch alleine schon seine ruhigen gleichmäßigen Atemzüge brachten sie dazu, alles zu vergessen. Leichtes Murren entkam seiner Kehle, als der Wecker sie aus ihrem Glück riss. Es schien aber, als ob er es genauso wenig wollte wie sie selbst. Sie kuschelte sich wieder tief in seinem Arm. Warum nur war die Nacht so schnell vergangen, warum war sie nicht wach geblieben und hatte seine Anwesenheit genossen?

Mit scheuen Lippen forderte sie ihn ein letztes Mal zu einem Kampf heraus und er nahm es ein weiteres Mal an. Wie oft konnte sie ihn noch dazu bringen, würde es ihr gelingen, noch einmal so in seine Nähe zu kommen? Das Spiel, das sie spielten, war gefährlich und sie hatte schon mehrere Narben, die sie immer behalten würde. Wollte sie noch mehr davon ?

Den Weg über die Brücke nahmen sie gemeinsam und wie abends zuvor verweilte ihr Blick für einen Moment auf der Entenfamilie, die dort ziellos umherschwammen. Ihr Herz wusste, was kam und ihr Verstand und ihre Vernunft spotteten ihrer Träume. Einen letzten Hauch auf seine Lippen gelegt, wandte sie sich auch schon ab von ihm. Ihre Tränen waren versiegt, er hatte ihr viel der Angst genommen, doch nie würde das geschehen, was sich ihre Seele wünschte und ersehnte. Ihre Vernunft lachte über ihre kindischen Wünsche und ein kurzer Blick zurück zeigte ihr etwas, was sie fürchten sollte. Er sah ihr nach .....
7.7.06 17:15
 


Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


M.B / Website (7.7.06 17:28)
Wahnsinning guter und auch langer Text, werde mal öfter reinschauen.

P.S.Danke für deinen Kommentar.


Ea / Website (11.7.06 12:21)
T____T
wieso drängt sich mir bei diesen zeilen nur so ein ungutes gefühl auf?

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
© 2007 Free Template by www.temblo.com. All rights reserved.
Design by Marco Köppling. Host by myblog