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Sam & Seerah

Kapitel 3.6

Die Tasse zersprang und die Splitter landeten mit einem klirren auf dem Boden. Erschrocken über ihnen eigenen Aussetzer krabbelte Benu auf dem Boden herum um alle einzusammeln. Sie war hektisch und nervös. Seerah ging in die Knie und zwang sie ihm in die Augen zu schauen. „Benu warum habt ihr nicht nach Hilfe gebeten“ Tränen kullerten über ihre Wangen. „Weil er .. er hat viele die zu ihm gehören Menschen und Magier. Leute in alle möglichen Positionen über all auf der ganzen Erde. Seerah wir konnten es nicht wagen euch hinein zu ziehen, wo wir doch nicht einmal wussten wer nun auf seiner Seite steht.“ Sie setzte sich mitten in den Scherbenhaufen und weinte, als eine Stimme aus dem Türrahmen erklang. „Zudem hat er gedroht mit jedem mit dem wir sprechen zu töten. Die Gefahr das uns jemand verraten würde und das unser Freunde und Familien beteiligt werden würde war uns zu groß. Erothep weiß wie er die Menschen blenden kann, mit was er sie locken kann. Das dritte Band, das Band von Osiris wir wussten wo es war, besser gesagt wir wissen wo es ist. Im Grunde direkt vor seiner Nase, wir haben versucht es zu bekommen, doch wir sind aufgeflogen. Wieder einmal ….Ich wurde verletzt und Benu wollte uns zu einem Lager von Beduinen bringen die uns in den letzten Monaten schon so manches Mal geholfen haben. Es sind Menschen keine Magier, aber sie stammen auch von der Familie des Dieners ab, sie wussten worum es ging. Das letzte woran ich mich erinnere ist das wir dort ankam und sie versucht haben mit nähten die Blutung zu stoppen.“ Sam half ihrer Freundin auf und manövrierte sie auf einen Stuhl am Esstisch, den sie am Abend zuvor noch als Schutzschild genutzt hatte. „Er.. er hat uns dieses mal gefunden… sie sind alle tot… nur um uns zu schützen“ brachte Benu schluchzend hervor. Seerah blieb auf dem Boden sitzen und lehnte seinen Kopf gegen den Küchenschrank. Sam musste hart schlucken als ihr wirklich bewusst wurde das sie all die lachenden Gesichter dieser Menschen die ihnen geholfen hatten nie mehr wieder sehen würde. Sie hatten nie eine Chance gehabt gegen ihn und doch hatten sie alles getan um gegen ihn aufzubegehren. All die Abende, Nächte und Tage, die sie zusammen verbracht hatten um ihnen ihre Geschichte zu erzählen und ihre Wissen weiter zu geben waren verloren.

„Seerah selbst wenn wir das dritte Band bekommen würden reicht das nicht um ihn wieder zu bannen geschweige den zu töten. Die Götter sind wieder mitten uns und sie müssen eingreifen, den nur die hohe Magie kann das. Im Grunde haben wir nichts, keine Ahnung wie es weiter gehen soll geschweige den an wen wir uns wenden sollen.“ Er nickte aber es war viel zu viel in seinem Kopf wirbelten Bilder von Göttern und Priestern, Magier und Menschen umher. „Wir müssen das dritte Band bekommen um ihn wenigstens einigermaßen in Schach zu halten bis die Götter sich endlich bemühen ihren Dreck aufzuräumen. Uns bleibt keine Wahl wenn er so weiter macht wir er wieder ein Reich aufbauen und ich glaube kaum das wir ihn dann noch stoppen können. Schon jetzt zieht er die politischen Fäden von mindestens drei bis vier Ländern.“

Er musste kurz auflachen, das alles war eine typisch göttliche Schmierenkomödie. „Liebe, Betrug, Verrat und Politik, wenn ich diese Typen nicht selber gesehen hätte würde ich sagen das ihr zwei ganz dringen in das St. Mungus Hospital gehört.“ Er raffte sich auf und nahm den Kehrwisch unter der Spüle hervor. „Nun seit ihr hier und ich habe schon einiges in die Wege geleitet um uns einen gewissen zeitlichen Vorsprung zu verschaffen. Wir werden eine Weile in den Untergrund gehen um Informationen zu sammeln, denn das was ihr mir bisher vorgelegt habt sind, teils Spekulationen, teils Märchen und teils Fakten.“ Sams Magen gab ein lautes brummen von sich, das anzeigte wie hungrig sie war. Seerah stellte drei Teller auf den Tisch und servierte ihnen die unansehnliche, bläulich rauchende Suppe. Der Metamorph war egal was es war, es war etwas zu essen und begann in sich hinein zu schlingen noch während sie weiter zu reden begann. „Du hast gut reden versuch mal solche Informationen zu bekommen ohne das Heerscharren an Gultoks und sonstigem Getier hinter dir her ist. Zudem sind die Informationen von den Papyrusrollen alle ein Rätsel wie zum Beispiel das Gedicht mit dem Anubis anscheinend Erothep zum Vampir machte.“ Benu begann einen Vers zu rezitieren.
„Leben sollst du in Ewigkeit bis das Licht dich davon befreit.
Schatten sind dein Geleit und das Rot wird sein dein Wein.
Einen Pakt geschlossen mit der Dunkelheit wird erst gebrochen,
wenn aufs neue zwei Seelen vereint.“

Seerah blickte auf „Geht nur mir es so oder ist es nicht offensichtlich? Erothep wird von seinem Pakt gelöst wenn er und Hypolite wieder vereint sind. Dafür hat er sich doch erst darauf eingelassen.“ Sam seufzte „Meinst du wir sind noch nicht auf den Trichter gekommen? Aber du kannst mir bestimmt sagen wie wir eine 6000 Jahre alte Mumie, die nebenbei bemerkt verschwunden ist, wieder lebendig machen damit sie in die Arme ihres Geliebten hüpft.“ Man konnte den Sarkasmus förmlich durchschneiden der in der Luft lag. „Was ist mit den Göttern ich meine gut die hohe Magie hat nun nicht wirklich Sprechzeiten wie in einer Praxis und sie scheinen eh alle immer in ihre eigenen Sachen verwickelt zu sein, aber die geht das genauso an. Wenn ich es mir Recht überlege war doch Anubis der Gott der die Seelen in die Waagschale warf um zu sehen ob die Menschen in den Himmel oder in die Hölle mussten.“ Benu machte eine wegwerfende Handbewegung „Anubis...“ nuschelte sie in ihre Suppe“.. wurde für seine Tat bestraft. Osiris hat ihn `verbannt`, wie es in den alten Schriften heißt. Das er uns also hilft können wir auch vergessen, der bräuchte selber erst noch Hilfe.“ Die drei schwiegen sich an und löffelten ihre Suppe weiter. Innerlich seufzte Sam auf, hohe Magie und Götter auch wenn sie sich offenbart hatten so wandelten sie immer noch im Verborgenen. Alle wussten das sie real waren und doch schien ihnen das Versteckspiel und die Geheimniskrämerei immer noch das wichtigste zu sein.
10.9.07 21:43


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Kapitel 3.5

Man konnte direkt mit ansehen, wie das Kinn von Seerah nach unten klappte. „Aber ich dachte, ich meine.., sogar die Muggel…“ Benu schüttelte den Kopf. „Darum bin ich damals nach Ägypten gereist es gab Anzeichen dafür das es Vampire schon vor Lord Draugul gab. Ich hatte einige historische Papyrusrollen aus der alten Bibliothek von Alexandria, gefunden. Wie du weißt sind einige der Dokumente aus der alten Bibliothek in anderen aufgetaucht. Ich habe sie gesammelt und dabei bin ich auf ein Papyrusrolle gestoßen in der ein Priester diese Geschichte erzählt.“ Seerah blickte sie skeptisch an. „Sie es doch so Seerah bis vor 50 Jahren glaubten die Magier nicht daran das es Götter gibt, ich meine sie verloren dadurch den Status über andere überlegen zu sein. Den nun gab oder besser gibt es etwas das höher als wir gestellt ist.“ Seerah erinnerte sich an seinen Geschichtsunterricht als sie damals der `Fall der Magier aufgrund der hohen Magie` durchgenommen hatte. Noch sein Vater war in dem glauben aufgewachsen das die Zauberer und Zauberinnen das höchste auf Erden seine und dann stellte man fest das es Götter gab. Aus irgendeinem Grund den diese `Wesen` verschwiegen, waren sie wieder aufgetaucht. Es kam damals zu großen Unruhen die solche ausmaße annahmen, das selbst die Menschen, alles mitbekam. Daraufhin hatte die Zauberergesellschaft beschlossen ans Licht der Öffentlichkeit zu gehen. Es waren harte Jahre für alle Beteiligte. Es gab aufstände und die Menschen hatten solche Angst, das es kurzweilig wie im Mittelalter zu ging und Hexenverfolgungen wieder eine Hochblüte hatten. Doch dieses mal schafften sie es und konnten einen Kompromiss zwischen den Welten schaffen, aber noch immer stand alles auf wackligen Beinen. „ Das ganze nahm aber damit kein Ende. Der Blutdurst machte Erothep noch wahnsinniger und durch den Einfluss der dunklen Magie schien er auch das letzte bisschen Verstand zu verlieren. Aber nicht wie ein normaler Irrer, wenn es so was überhaupt gibt. Nein aus dem einst guten Manne wurde einberechnender eiskalter Herrscher.“ Benu war nun in einem Redefluss, sie war froh endlich jemanden außer Sam davon erzählen zu können. „ Eroteph sah in den Kraftbändern eine immense Gefahr und da diese Bänder die Schuld am Tod seiner Frau hatten wollte er sie alle zerstören. Nun du weißt selber das etwas göttliches wie die Menschen es nennen nicht zerstört werden kann. Es ist weder gut noch böse, es ist was es ist, hohe Magie.“ Sie fuchtelte nun wild mit den Händen vor seinem Gesicht rum um ihre Worte zu unterstreichen. „ Er schaffte es die meisten Bänder in seinen Besitz zu bringen bis auf drei. Das seiner Frau das nach ihrem Ableben verschwunden war, das des Gottes Osiris und das von Maat. Also verband er nur die Kraftbänder die er bereits hatte. Sie sollten ihm die Macht geben die anderen drei die die wichtigsten für ihn waren zu finden. Durch die Erschaffung dieses einen Bandes und die Götter alleine wissen wie er das hinbekommen hat diese Bänder zu vereinen, hatte er einen Nebeneffekt. Er konnte sich Diener erschaffen die ihm vollkommen hörig waren. Sein Blutdurst wurde immer größer und seine Dienerschaft die er bis dahin hatte, hatte solche Angst vor ihm das sie anfingen seine Sache in Frage zu stellen.“ Benus Worte wurden immer schneller und sie ging hektische in der kleinen Küche auf und ab. „ Er hatte das längst bemerkt aber erst mit der Erschaffung dieses einen Bandes war er in der Lage alle Menschen seinen Willen aufzuzwingen. Und nicht nur das er konnte sich eine Dienerschaft erschaffen die ihm folgte und nicht seiner Blutgier zum Opfer fallen würde. Sowas wie ein nennen wir es mal Elitetrupp.“ Seerah wurde hellhörig „Lass mich raten zusammengestückelte Ekelpakete die dir Angst und Bangen machen.“ Benu nickte „Ich weiß das du mit ihnen zusammengestoßen bist. Wir waren zu diesem Zeitpunkt auch in Alexandria und eigentlich war es geplant dich dort zu treffen. Leider waren die Gultoks schneller als wir.“ Also hatte er die ganze Zeit Recht gehabt. Er war sich so sicher gewesen das seine Sam dort gewesen war.

„Nun ja Gultoks bestehen aus verschieden Leichenteilen zusammen gehalten von Finsternis und Angst. Das ist auch ihre stärkste Waffe die Finsternis und die Angst, sie können sie auf ihren gegenüber übertragen so das dieser ihr Leiden fühlt. Besser gesagt das leiden all der Menschen aus denen sie zusammen gefügt worden sind. Glaub mir das sind nicht gerade wenig Menschen die dort verbraucht werden. Und sie fügen sich von jedem Opfer ein Stückchen dazu so das es immer mehr wird.“ Seerah winkt sie ab er konnte sich mehr als gut vorstellen was sie meinte. „Komm zum Hauptthema zurück Benu“ Sie blieb stehen in mitten der Küche. „Nun einige Bedienstete konnten noch rechtzeitig fliehen und flehten die Götter an ihnen zu helfen. Da diese aber nie direkt eingreifen wie du weißt gaben sie diesen Menschen ein Rezept für ein Trank der Erothep in einen schlaf fallen ließ. Im Gegensatz zu anderen Vampiren da er sozusagen unser Urvater ist, sind solche Dinge wie Silber, Sonnenlicht oder Knoblauch für ihn kein Hindernis. Sie wussten also nicht wie sie ihn töten konnten, aber wenn er schlief konnte er auch keinen Schaden anrichten und es würde Zeit verschaffen einen Weg zu finden ihn unschädlich zu machen.“ Sie lehnte sich nun wieder gegen den Tresen. „Kurzum sie schafften es mit erheblichem Aufwand und einer List das er den Trank zu sich nahm. Der Ranghöchste unter ihnen hatte den Trank selber getrunken und sich von Erothep erwischen lassen wie er eine andere Dienerin aus dem Kerker befreite. Der Priester außer sich vor Wut und zur Strafe saugte er ihn aus, was auch hieß das er den Trank im Blute des Mannes mittrank. Gut ist vielleicht nicht gerade ein Plan der sonderlich ausgeklügelt erschien aber genau darauf hatten diese Menschen es angelegt. Mit der Einfachheit dieser Idee konnten sie ihn ausschalten. Osiris, Isis und Maat legten einen Bannkreis um ihn.“ Das war ein Haufen das er in kurzer Zeit an Informationen bekam und doch klang alles immer noch sehr nach einem alten Märchen aus längst vergessener Zeit. „Der Diener der Erothep zu Fall gebracht hatte, lag ihm sterben. Seine Familie bat die Götter um Nachsicht für ihn. Sie willigten ein das er eine normale Lebenspanne mit seiner Familie auf Erden verbringen durfte, im Gegenzug mussten sie aber Wächter des Bannkreises sein. Mit Hilfe der letzen drei Bänder sollten sie Erothep so lange in Schach halten bis eine Lösung gefunden wäre ihn ganz zu beseitigen.“ Er stöhnte kurz auf „Lass mich raten sie haben nie eine gefunden“ Die Vampirin zuckte kurz mit den Achseln „Das stand nicht mehr auf der Rolle. Was unsere Nachforschungen ergeben haben ist das die Familie des Dieners recht groß wurde und sie über Generationen hinweg das Geheimnis gehütet haben. Als ich damals nach Ägypten ging, traff ich einen seiner Nachkommen nach langen suchen. Er war verwundet und lag im sterben. Er erzählte mir das es immer drei waren die das Grab bewachten und das Erothep nach einigen hundert Jahren gelungen sei wieder aufzuwachen. Durch den Bannkreis konnte er aber immer noch nicht durch dringen. Sie haben ihn also weiter bewacht und darauf gehofft das die Götter endlich eine Lösung finden würden. Das Problem war das diese sich aber anscheinend zurück gezogen hatten.“ Seerah warf die fertigen Kräuter in den Topf und setzte ihn mit Wasser auf, während sie weiter sprach. „ Nun ja es kam wie es kommen musste der Bruder des verstorbenen ließ sich auf das Geflüster des ehemaligen Hohenpriesters blenden. Der Bannkreis war lockerer geworden durch die Jahrhunderte und es gelang das was alle Befürchtet hatten, Erothep entkam“ Wie hätte es auch anders sein sollen dachte sich Seerah. „ Die restliche Familie machte sich auf die Suche nach dem verschollen Bruder und dem Priester und fanden sie, aber erst nach etwa zwei Jahrzehnten. Da war es bereits zu spät, es kam wie es kommen musste, ein Kampf sie verloren der eine Bruder starb der andere wurde verwundet und floh. Durch die lange Gefangenschaft hatte der Hohepriester erst sehr lange gebraucht um sich zu regenerieren, soweit ich erfahren habe ist er immer noch nicht bei vollen Kräften aber er wird stärker und das in einem immer schneller werdenden Tempo.“ Der Kräuterbrei verdickte sich und dampfte leicht bläulich. „Kurzum als Sam mich fand hatte ich bereits das Kräfteband des einen Bruders bekommen das von Maat, wir versteckten es. Durch die Magie von Baha die wie die hohe Magie ist konnten wir das Band von Isis auch an uns reißen. Bei diesem Kampf wurde Baha schwer verletzt und konnte uns nicht mehr tragen, wir mussten ihn zurück lassen. Es hat Sam das Herz gebrochen, das kannst du mir glauben, aber wir waren auf der Flucht vor Erothep und bei uns hatte er keine Chance.“ Benu ließ den Kopf hängen. „Wir wussten das Erothep uns weiter jagen würde aber wir brauchten das dritte Band. Mit einem ziemlich gewagten Plan gelang es uns in seinen Tempel einzudringen und dort schnappte er uns…. Die Hölle wäre mir lieber gewesen als dieser Ort.“ Ihr Gesicht schien wie aus Stein gemeißelt, man konnte deutlich spüren wie sie eine Art Wand aufbaute um sich vor dem geschehen zu schützen. „Ich weiß nicht genau wie aber wir schafften es abermals zu fliehen aber seitdem hängen seine Gultoks an unseren Fersen, sie töten uns nicht aber sie jagen uns. Sie wollen das wir ihnen das versteck der zwei Bänder zeigen.“ Ihre Hand legte sich verkrampft um die Tasse mit dem Blut. „Lieber lass ich mich von Silber durchsieben als das ich ihm noch mehr Macht in die Hände spiele.“
10.9.07 21:42


Kapitel 3.4

Sam starrte die Decke an, ihr war klar das sie schlafen sollte. Doch nachdem Benu kurz herein gekommen war um den Verband zu wechseln, konnte sie keine Rechte ruhe mehr finden. Im Grunde sollte sie glücklich sein. Wie gesagt, im Grunde. Sie war zuhause, in ihrem eigenen Bett, das ihr noch nie so angenehm vorgekommen war. Gewohnte und vertraute Geräusche und Gerüche hingen in der Luft, es schien alles so wunderbar zu sein. Es war als ob sie aus einem Alptraum erwacht wäre, doch es war eben nicht mehr als Schein. Er hatte Recht und der Schmerz in seinen Augen hatte ihr einen Stich ins Herz versetzt. Es war alles so verworren und so schwierig zu erklären, oder machte sie es sich nur selbst schwierig? Gefrustet drehte sie sich zur Seite was zur Folge hatte das ihre Wunde sich mit einem herzhaftem Stich zurück meldete.

„Klingt alles sehr nach einem schlechten Liebesroman“ Kommentierte Seerah die letzten Worte Benus. Benu konnte sich ein Grinsen verkneifen. „Klingt eher wie eine Geschichte die du nur zu gut kennen solltest. Schließlich waren eure Eltern auch nicht gerade begeistert von eurer Beziehung.“ Er tat so als ob er das überhört hätte und schnitt weiter die Kräuter. „So wie du das erzählst haben sie es geschafft, also sie kamen zusammen“ Benu seufzte wieder und legte das Messer ab. Sie nahm die Tasse mit dem Blut und erwärmte es auf ein Neues mit ihrem Zauberstab, sie musste langsam trinken sonst würde sie in einen Rausch verfallen und das obwohl sie nach all den langen Monaten des Zehrens, genau das brauchte. Frisches Blut um ihr eigenes Leben zu erhalten. „Ja, sie haben es geschaffte“ Mit der Tasse in der Hand setzte sie sich auf den Tresen. Der lange schwarze Rock hing schlaf an ihre herunter und das T-Shirt das ihr mal wie angegossen gepasst hatte, zeigte deutlich das der Körper in ihm ausgemergelt war. „Und da haben wir auch das Problem an der Sache. Wie du vielleicht weißt ist die Frau des Pharaos immer der Göttin Isis geweiht. Da Hypolites Mutter bei ihrer Geburt gestorben war ging diese Weihe auf der Stelle an sie über, da sie keine Geschwister hatte die das übernehmen konnten.“ Benu versuchte sich jedes Detail einer Isis Statue vorzustellen, die sie bei ihrer Reise nach Philae. „Es war eine Ehre und gleichzeitig eine riesige Last für sie. Die Pharaonen vor ihr hatten so genannte Kraftbänder geschaffen um die Magie der Götter zu bündeln. Problem an der Sache war das wenn der Träger nicht stark genug war, er im guten Fall nur Wahnsinnig im schlechten Fall unberechenbar und tödlich wurde. Hypolite bekam das ihr Band an ihrem 21.ten Geburtstag. Es war eine große Feier laut den alten Schriften und ihr glücklichster Tag da sie, an diesem Tag auch mit Erothep vermählt wurde. Es schien alles perfekt zu sein.“ Sie rührte mit einem Finger in dem dunklen Blut und leckte es sich genüsslich ab. „Aber das ist das Problem mit dem perfekt sein, so was hält nicht ewig an. Es kam wie es kommen musste. Trotz alle ihrer Schönheit und Intelligenz schaffte sie es nicht Kontrolle über das Band zu bekommen. Eroteph stand ihr die ganze Zeit bei und musste mit ansehen wie seine Frau langsam in dem Wahnsinn verfiel.“ Ihre Beine baumelten am Tresen herab und ihr Blick verlor sich in eine Zeit die soweit zurücklag. Eine Zeit in der sie selbst noch nicht geboren gewesen war. „Nun den da er sie so sehr liebte versprach er ihr auf dem Sterbebett auf sie zu warten. Er hielt sein Wort er wurde über 150 Jahre alt mit Hilfe der dunklen Magie Anubis. Schließlich war er sein Hohepriester. Doch diese Magie vernebelte ihm die Sinne. Er redete sich ein das das Reich in voller Blüte stehen müsste damit ihre Seele, wieder den Weg zurück zu ihm fand. So begann er schon kurz nach ihrem Ableben, eine `Säuberung` durchzuführen“ Seerahs Magen verkrampfte sich schlagartig. Solche Aktionen hat es schon oft gegeben in der Geschichte der Menschen und Magier und nie war daraus etwas Gutes entstanden, egal welche Beweggründe dafür angeführt worden waren. „Erothep tat es seiner Frau gleich, er wurde wahnsinnig. Man sagt das er Anubis anflehte für seine guten Dienste und all die Seelen die er ihm dargebracht hatte sein Leben zu verlängern um weitere 100 Jahre. Der Gott wollte ihn erhören nur gab es da ein kleines Problem.“ Seerah musste bei der Betonung der Worte kleines Problem doch ein wenig sarkastisch Grinsen. Seiner Erfahrung nach gab es immer ein kleines Problem sobald es sich um Magie, Götter und Menschen handelte. „Anubis ist wie du weißt der Gott der Toten. Also war da nichts mit Lebensverlängerung so versuchte er Osiris davon zu Überzeugen das er Erothep seinen Wunsch gewährte. Der alt ägyptische Göttervater hmm um es lapidar zu sagen zeigte Anubis den Vogel. Den jede Seele die Erothep ihm zu führte stärkte die Macht von Anubis und im gleichen maße nahm die von Osiris ab. Das ist kein Sache die innerhalb von 100 Jahren geht aber wenn man diesen Menschen 1000 Jahre so weiter wüten lassen würde, wäre es gut möglich das Anubis zu stark wurde.“ Seerah seufzte ein wenig, politisch Machtspiele einer Seele auf Götterebene. Wenn man das alles herunterreduzierte war es im Grunde das gleiche was sein Vater mit ihm versucht hatte. Götter und Menschen schienen sich doch ähnlicher als Gedacht. „Der Schakalgott wollte aber seinem treuen Diener nicht so stehen lassen, schließlich hatte er den gleichen Gedankengang wie Osiris. So eine Chance einen solchen Menschen zu bekommen, der ihn so stärkte wollte er nicht vergehen lassen.“ Irgendwie wusste Seerah bereits wie es weiter gehen würde. „Lass mich raten er wurde ein Zombie“ Benu verdrehte die Augen „Schau mal mehr Horrorfilme, Zombies sind willenlos und nur auf Fressen auf. Das wäre Anubis nicht wirklich zu Gute gekommen. Was will er mit einem sabbernden immer nur fressenden Zombie. Nein Scherz beiseite“ Sie sprang vom Tresen herunter und blickte ihm direkt in die Augen. „Erothep ist der Begründer meiner Dynastie. Er war der erste Vampir.“
10.9.07 21:41


Kapitel 3.3

Als sie ein weiteres Mal die Augen öffnete war es bereits hellerlichter Tag, ihre Glieder schmerzten und an der Seite hatte sie ein unerträgliches Stechen. Ihre Lippen waren auf gesprungen und ihre Gaumen fühlte sich an als ob sie eine Wüste darin hätte und nicht weiches feuchtes Mundschleimhautgewebe. Die Drummerband in ihrem Kopf schien leiser geworden zu sein und insgesamt war eins sicher, sie lebte noch. Durch ihre noch verschwommen Gedanken hindurch wurde ihr wieder klar wo sie sich befand. Innerhalb eines kurzen Moments waren alle ihre Sinne wieder auf Hochtouren. Sie mussten hier weg und das schnell, nicht nur das, sie mussten ihn nun auch in diese Geschichte mit hineinziehen. So gut es ging und vor allem schnell versuchte sie sich aus dem Bett zu erheben. Die Wunde an ihrer Seite platzte auf der Stelle wieder auf und blutete stark. Sie unterdrückte den Gedanken an den Schmerz und somit den schmerz selber und stellte die Beine auf den Boden. Eine Hand auf die Wunde gedrückt und die zweite nutze sie um genug Schwung zu bekommen um aufzustehen. Ihr wurde schwindelig doch sie unterdrückte den aufkeimenden Brechreiz und wankte in Richtung des Türrahmens.

Sie legte gerade die Hand auf den Rahmen legte, als Seerah sie sah. „Vergiß es Sam. Leg dich zurück ins Bett du bist noch zu schwach.“ Er stützte sie da sie zu fallen drohte, ohne Probleme konnte er ihren geschwächten Körper anheben und zurück dahin verfrachten, wo er es für gut befand. Zu diesem Zeitpunkt war es das Bett. „Du verstehst nicht.“ setzte sie flehend an. Er drückte die Decke feste als gewollt auf die Matratze um sie darunter fest zu halten. „Ja, du hast Recht. Ich verstehe nicht alles. Wie sollte ich auch“ Der Schmerz und ein leicht ungehaltener Unterton schwangen in seiner Stimme mit. Ihr Blick blieb fest, sie wusste genau worauf er anspielte. „Zur Abwechslung hörst du mir zu. Wir werden noch Zeit haben alles genau zu besprechen, aber bis dahin wirst du dich ausruhen. Unsere Abreise ist heute Abend, das heißt du hast noch 9 Stunden um dich auszuruhen.“ Er drehte sich ohne ein weiteres Wort um und ließ sie alleine zurück.

Seerah war wütend, es stand außer Frage dass er sie liebte. Doch hatte sie einen Fehler begannen, sie hatte ihn ausgeschlossen ihm nicht genug vertraut. Sie waren immer ein gutes Team gewesen und dann auf einen Schlag schloss sie ihn aus. Verschwand, tauchte auf und dachte dann dass er das einfach auf die Seite schob. Eine Eule flatterte in das Wohnzimmer durch die offene Balkontüre. Der Brief landete auf dem Esstisch und die Eule verschwand so schnell, wie sie gekommen war.

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Gruß C.

Das war eine beruhigende Nachricht, ihre Reise war gesichert. Er ließ die Nachricht ihm Feuer des Kamins verbrennen. Die Flammen züngelten gierig nach dem Papier während er sich bereits auf den Weg in die Küche machte. Sie würden sich stärken müssen, es war nicht sicher wann sie wieder dazu kamen. Seerah bereitet ein Essen zu das abgeschmeckt war mit einigen spezial Kräutern aus dem Garten seiner Mutter. Sie sollten bewirken das sie über einen gewissen Zeitraum auch mit weniger Nahrung überleben konnten und ihr Körper sozusagen einmal komplett mit Energie gefüllt wurde.
Benu kam dazu und half ihm, sie arbeiteten schweigend nebeneinander. „Wie lange willst diese Stille noch hoch halten. Sie ist erdrückend.“ Das Messer in seiner Hand begann leicht zu zittern. Mit der Spitze voraus rammte er es in das Schneidebrett in dem es leicht schwankend stecken blieb. Erschrocken wich sie einen Schritt zurück. „Nun sag du es mir. Acht Monate lang höre ich nichts von Sam oder dir. Dann taucht ihr hier in Beduinengewändern auf und im Anhang nicht zu vergessen, dieser Kerle die mit euere Hilfe die Wohnung in Schutt und Asche legen. Als ich in Alexandria war werde ich von wandelnden Leichenteile angefallen und finde Baha verletzt vor nach dem eine Lichtgestalt mich so durch eine Türe schmetterte das sämtliche Knochen in meinem Leib gebrochen wurden. Sag du es mir Benu, wer von uns hätte etwas zu erzählen. Ich oder ihr?“ Seine Stimme war immer leiser geworden, man könnte sagen bedrohlich. Benu wendete sich wieder den Karotten zu die sie zu schälen begonnen hatte. „Du hast Recht und auch wieder nicht.“ Die Schalen fielen in eine kleine Schale in der schon einige lagen. „Es war schwer für sie, für uns. Wir wollten euch schützen und alles verstehe ich immer noch nicht. „ Sie legte den Schäler zur Seite und wandte sich den Tomaten zu. „Ich hätte nie gedacht das es mir einmal Freude machen würde solch einfachen Dinge wie Hausarbeit zu tun.“ Sie lächelte leicht und ihre Eckzähne blitzten leicht hinter ihren Lippen hervor. „Was soll ich sagen Seerah. Es sieht so aus das wir uns mitten in einer Geschichte befinden die jedem Märchen ehre machen würde und jedem Horrorfilm“. Er lehnte sich nun gegen den Küchentresen und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Dann fang mal mit der Märchenstunde an, ich bin gespannt.“ Benu viertelte mit schnellen geschickten Bewegungen ihres Messers die Tomaten. Die Art wie sie es tat, zeigte nur zu deutlich wie gut sie mit solch einem Werkzeug umgehen konnte.
„Einst lebte ein Pharao dessen Tochter intelligent und schön war. Bei Frauen immer eine sehr gute Kombination, für Männer die in sie verliebt war meist eine tödliche. Der Hohepriester des Anubistempels war es, er liebte sie überalle maßen. Nach einiger Zeit des werbens hatte er es sogar geschafft ihr Herz für sich zu gewinnen. Doch es gab da einige, nun ja nennen wir es typische Märchenprobleme.“ Er wendet sich nun den Kräutern zu und bearbeitet diese mit einem kurzen Messer um sie so klein wie möglich zu häxeln. „ Ihr Vater war gegen die Verbindung, er selbst hatte an eine Verbindung seiner Tochter mit dem Königshaus von Mesopotamien gehofft. Seine politische Macht sollte so gestärkt werden. Hypolite, so heißt die Pharaonentochter war das natürlich überhaupt nicht recht. Aber auch der Priester selbst, Erothep hatte so seine Schwierigkeiten die Tempelpriester davon zu Überzeugen das er sie ehelichen durfte.“ Benu nahm sich einen Schluck aus der Tasse vor sich und seufzte leicht. Es war nicht einfach für sie diese Geschichte zu erzählen. Hatte sie doch selbst bis vor wenigen Monaten geglaubt das es nicht mehr war, als eine Geschichte. Sie hatte so sehr unrecht gehabt.
10.9.07 21:41


Kapitel 3.2

Der alte Sessel mit dem verschlissenen dunkelblauen Stoff auf dem sich die Sterne des Universums bewegten war direkt neben das Bett gezogen worden. Auf ihm saß Seerah und blickte die schlafende Gestalt, die so zerbrechlich wirkte, im Bett an. Selbst an den verblassten Stellen bewegten sich die Planeten und Sterne und hier und da leuchtete einer kurz auf um dann wieder in seinem eigenen Licht zu vergehen. So wie das Universum war, das Leben war ein kurzes Aufflackern das sich wehrte um dann in der Dunkelheit zu verlieren. Sam liebte diesen Sessel er war von ihrer Großmutter, auf diesem hatte sie immer gesessen wenn sie der kleinen Metamorph Märchen erzählt hatte. Märchen und Geschichten von großen Heldentaten, von starken und Mutigen Männern und Frauen die die Menschen beschützten. Er hatte die Hände zusammengefaltet wie zu einem Gebet und stützte seine Stirn auf diese. Die Ellenbogengelenke gruben sich schmerzhaft in seine Oberschenkel und er verharrte seit zwei Stunden in dieser Position. Es war eine undefinierbare Angst dass dies alles nicht wahr sei. Ein Rascheln der nachtblauen Laken verriet ihm das sie sich im schlaf bewegte, alarmiert von dem leichten aufstöhnen das die Bewegung begleitete blickte er auf.

Ihre geschlossenen Augenlider flatterten leicht und ihre Wangen waren durch das Fieber leicht gerötet. Seine Beine waren eingeschlafen und kribbelten unangenehm als er sich von dem Sessel erhob um Sam eine neue kühle Binde auf die Stirn zu legen. Er beugte sich herunter um die neue Binde auf ihrer Stirn zu drapieren als er hörte wie sie leise einige Worte flüsterte. Unzusammenhängende Wortfetzen, die er nicht verstand. Er kniete sich neben das Bett und nahm ihre Hand „Ich bin hier smaragd Engel, du bist zuhause“ Ihre wirren Worte die so unverständlich waren wandelten sich wieder in gleichmäßigen Atem der ihm zeigte das sie wieder schlief. Ihre Hand in den seinen, sie fühlte sich warm an, pulsierend und lebendig. Es war wahr, sie lag hier und doch konnte und wollte er sich nicht neben sie legen und schlafen. Sie war verschwunden gewesen und wie es aussah auch über einen sehr langen Zeitraum misshandelt worden. Es war nichts mehr wie es einmal war und das stimmte ihn traurig. Konnten sie wieder ein normales Leben führen oder wurde er jetzt zu melodramatisch.

Das erste was sie sah war eine hellblaue Decke und sie fühlte leichten, weichen Stoff um sich. Es roch alles vertraut und ihre Augen schienen sich wieder zu regulieren, es schien alle so sehr vertraut. In ihrem Kopf hämmerte es und an der Seite hatte sie das Gefühl völlig taub zu sein. Langsam realisierte sie das jemand ihre Hand hielt. Ihre Gedanken drangen durch den dunklen Strudel der Ohnmacht auf und sortierten die vielen Eindrücke ein. Sie wusste dass sie diese Decke kannte, dass diese Laken ihr sehr vertraut wahren und doch es konnte nicht wahr sein. Es durfte nicht wahr sein, denn dann war es schief gelaufen, mehr als nur schief. Sie drehte ihren Kopf leicht auf die Seite um ihre Befürchtung bestätigt zu sehen. „Seerah“ ihre Stimme war schwach es kostet sie unendlich viel Mühe dieses eine Wort auszusprechen, seinen Namen. Er hob seinen Kopf an und blickte sie an, sie sah einen Schimmer der Freude und unendliche Erleichterung. „Ruhig, smaragd Engel. Bleib liegen du bist sehr schwach und die Wunde wurde mit einem Gift bearbeitet sie wächst trotz des Trankes nur sehr schlecht zusammen.“ Er war kurz davor sie mit einem Wortschwall nieder zu reden, doch er konnte sich rechtzeitig bremsen. Das war nicht der richtige Zeitpunkt, Sam brauchte jetzt Ruhe. Sie setzte an um etwas zu sagen „Nein keine Widerrede. Du wirst jetzt noch schlafen und dich ausruhen. Die Wunden brauchen Zeit und hier ist soweit alles in Ordnung. Ich hab einige Zauber um die Wohnung gelegt niemand kommt hier rein.“ Sie hatte keine Kraft, konnte sich nicht wehren und doch innerlich in ihr schrie alles. Sie waren immer noch auf der Flucht, sie brachten ihn und alle andere die sie kannten in Gefahr. Flehend blickte sie in seine Augen, versuchte ihm klar zu machen in was für einer Gefahr sie waren. Sam versuchte gegen die Müdigkeit anzukämpfen, die die Medikamente bei ihr verursachten. Ihr Körper brauchte dringend Erholung, ihre Kräfte waren bis an den Rand verbraucht. Die Dunkelheit übermannte sie auf ein Neues und trieb ihre Gedanken in zäher Flüssigkeit voran, hinein in ein Reich das Vergessen ließ, sie schlief wieder ein.

Erleichtert dass sie endlich gesprochen hatte, ließ er ihre Hand los. Vorsicht platzierte er sie wieder neben ihren Körper und zog die Decke hoch. Das aufbegehren das er in ihren Augen kurz gesehen hatte, war alarmierend gewesen, um nicht zu sagen beängstigend. Er kannte sie, er kannte sie so gut und wusste dass der Blick nichts Gutes verhieß. Es war eine Warnung gewesen und er wusste dass er nun einiges in die Wege leiten musste. Inklusive einer Möglichkeit die Wohnung mit zwei verletzten Frauen, die am Ende waren mit ihren Kräften zu fliehen. Der Magier ging auf den Balkon auf dem ihre Eulen saßen. Im Lichte des Mondes fing er an einige Briefe zu verschicken und im Kopf plante er bereits was sie alles mitnehmen mussten.
10.9.07 21:40


Kapitel 3.1

Seine Hand wanderte mit einem leichten Beben in Richtung der zarten Wangenknochen die von einer Schicht Schlamm bedeckt waren. Unter den geschlossenen Augenlidern sah man dass die Augen sich schnell und unkontrolliert rotierten. Sein Atem stockte leicht und aus Angst das sie nur ein Trugbild war das verschwand sobald er das geliebte Gesicht berührte zog er seine Hand wieder zurück. Durch die die leichte Bewegung veränderte sich auch die Position von ihr und sie stöhnte leicht auf und aus einem Reflex heraus umschlang er ihre Hüfte um sie in eine besser Position zu bringen. Als sich seine Hand wieder von ihrer Hüfte löste spürte er eine warme klebrige Substanz auf seinen Fingern. Es schien wie ihm wie in Zeitlupe als er seine Finger gegeneinander rieb und ein Bluttropfen langsam an seiner Hand Innenseite zu seinem Handgelenk herunter rann. Benu sah ihn erschöpft an auch ihr Gesicht war mit Schlamm bedeckt und die Lilanen Augen waren Blutunterlaufen. Seerah verschwendete keine Zeit mehr mit denken, warum sie aufgetaucht waren oder ob das alles ein Traum war. So behutsam wie möglich hob er die bewusstlose Sam an und ging schnellen Schrittes in ihr Schlafzimmer um sie dort auf dem Bett abzulegen. Bei jedem seiner vorsichtigen und gezielten Schritte gab sie ein leichtes Stöhnen von sich was ihn ihm sehr bewusst machte wie schlimm es wohl um sie stehen musste. Er rannte in das Badezimmer um die Arzneimittel zu holen die er wohl brauchen würde gleichzeitig warf er eine Plastik Schüssel in die Dusche um sie mit Wasser zu füllen. Nach nicht einmal einer Minute war er wieder im Schlafzimmer wo Benu bereits Sam aus ihren Kleidern schälte. Als sie den umhang entfernt hatte erschien eine lange stark blutende Wunde die notdürftig genäht war. Die Ränder der Wunde waren entzündet und hatten einen leichten Blauschimmer. Mit entsetzen stellte Seerah fest das es schlimmer war als er zuerst angenommen hatte. Neben der offensichtlichen Wunde trug sie mehrer kleine Schnittwunden die teilweise schon starken Schorf hatten, demnach als schon älter waren. Doch das war nicht das erschreckenste, ihr Oberkörper war überzogen mit den Striemen die nur eine Geisel hinterließ sie schien das untrügliche Glück gehabt zu sein das diese nicht mit irgendwelchen Metallstücken oder anderen spitzen Gegenständen gespickt war. Oder derjenige der ihr das angetan hatte, wollte da sie länger leidet. Unkontrollierte Wut stieg ihn ihm hoch während Seerah sich den geschunden und gequälten Körper seiner Freundin annahm. Zusammen mit Benus geschickten Fingern reinigten sie die Wunden und flössten der immer noch bewusstlosen Metamorph die Tränke ein die die Wundheilung unterstützen würden und die Entzündung die schon sehr stark war verdrängen würde. Konzentriert arbeitet sie Hand in Hand ohne ein Wort zu wechseln. Als sie fertig waren lehnten sich beide erschöpft zurück. Seine Hände tauchten ein letzte mal in das dunkelrot gefärbte Wasser. Schwer erhob sich Seerah von dem Bett auf dem Sam nun schlief. An der Seite auf dem Boden des Bettes lagen viele Binden und Tücher die mit ihrem Blut getränkt waren. Wie automatisch räumte er alles auf und wusch sich ein weiteres mal die Hände um dem zartroten Faden mit dem Blick zu folgen der mit dem Wasser im Ausguss verschwand. Betäubt schleppte er sich in die Küche um etwas zu tun, einfach irgendetwas damit er nicht weiter diese Bilder in seinem Kopf umherwirbelten. Seine Hände griffen von alleine zu dem Schrank in dem die Tassen standen. Als er sein Gesicht auf Grund eines leichten Geräusches in Richtung der Türe wandte sah er Benu gegen den Rahmen gelehnt. Sie wirkte erschöpf und noch immer was sie nicht dazu gekommen sich zu waschen. „Hast du vielleicht…“ ihre Stimme war brüchig und so leise als habe sie Angst mit einem zu lauten Geräusch ein weiteres Chaos herein brechen zu lassen. Er versucht kurz ihren Blick einzufangen doch sie starrte sofort zu Boden, etwas oder jemand hatte sie gebrochen, das konnte er sehen. Sie schien absolut verängstigt auch wenn sie weiterhin das Bild aufrechterhalten wollte das sie alles im Griff hatte. Er ging zum Kühlschrank und öffnete ihn, in einem extra Fach stand eine Flasche mit roter Flüssigkeit. Mit schnellen und gewohnten Bewegungen hatte er sie herausgeholt und geöffnet. Die Tassen standen bereits auf der anrichte und eine davon füllte er mit dem Inhalt der Flasche. Sein Zauberstab voll führte eine leichte Bewegung und die Flüssigkeit erwärmte sich auf eine gut trinkbare Wärme. Dankbar nahm Benu ihm die Tasse ab. In der zweiten Tasse machte er sich selber einen starken Tee, so wie es ihm schien würde das wohl eine sehr lange Nacht werde. „Ich hätte nicht gedacht…“ versuchte sie von neuem ein Gespräch zu beginnen. „Das es hier immer noch frische Nahrung für dich gibt? Ich weiß nicht warum aber manche Gewohnheiten kann man wohl nie ablegen und selbst als ihr für Tod erklärt wurdet habe ich jede Woche eine neue Flasche besorgt,… für den Fall der Fälle“ Sie zuckte unter seinen Worten wie unter einem Peitschenhieb zusammen. „Seerah es ging nicht anders und glaub mir sie litt sehr darunter. Wenn sie wieder wach wird, wird sie sehr wütend auf mich sein. Aber ich hatte keine andere Wahl…“ Er schüttelte den Kopf leicht abwehrend. Der Magier wusste nicht ob es mehr aus Verzweiflung oder aus reiner Unverständnis heraus diese Worte nicht hören wollte. Es war zuviel für ihn, nicht nur das sie beide hier auf einmal aufgetaucht waren. Nein das war es nicht, sondern das unterbewusste Wissen das er doch recht gehabt hatte die ganze Zeit. Er ging langsam in das zerstörte Wohnzimmer. Zum zweiten Mal an diesem Abend richtet er mit einigen kleinen Bewegungen das Chaos auf. Still setzten sie sich auf das Sofa vor dem Kamin. „Wir müssen noch den Kamin vom Flohnetzwerk trennen“ begann er dieses mal die Unterhaltung. Benu schüttelte leicht den Kopf. „Das habe ich bereits getan als du Sam weg gebracht hast“ erwiderte sie routiniert. Sie starrten beide wieder auf ihre Tassen, jeder in seine Gedanken versunken. Benu nahm einen tiefen Schluck und seufzte dann erleichtert, so als ob eine große Last von ihren Schultern genommen wurde. Seerah betrachtet aufmerksam die alte Freundin. Nach einigen Momenten erhob er sich von der Couch. Fragen sah Benu ihn an. „Du willst dich sicher duschen und wie du aussiehst hast du nicht viel geschlafen. Du weißt wo das Gästezimmer ist. Im großen Schrank sind immer noch deine Ersatzkleider und im Gästebad liegen frische Handtücher“ ihr Blick war fragend „Willst du nicht..“ mit einer abwehrenden Geste brachte er sie zum schweigen. „Nein, nicht jetzt. So wie es aussieht braucht ihr zwei erstmal eins. Eine Pause wir werden das in ein paar Stunden bereden. Ich muss mich nun um Sam kümmern“ Er wandte ihr den Rücken zu und ging zurück in das Schlafzimmer.
10.9.07 21:40


Kapitel 3

Seerah´s Blick war immer noch stur auf die Flammen gerichtet, doch die Schmerzen ausgelöst durch den wilden Reigen und die Hitze der Flammen wurden unerträglich. Mit seinen Fingern fuhr er über de Stelle unter seinem Haaransatz an der die Wunde einst war. Keine Narbe zierte diese Stelle doch die Erinnerung daran war wie eine nie heilende Narbe. Sie hatten ihn in Alexandria wieder zusammengeflickt doch er hatte bald einen Monat gebraucht bis alle Knochen wieder an den Stelle waren, wo sie hingehörten. Ein verächtliches Lachen kam über seine Lippen. Er lebte in einer Welt der Magie und trotzdem brauchten Wunden lange um zu heilen. Wenn er ein Muggel gewesen wäre, wäre höchst wahrscheinlich an den folgen gestorben. Doch er war es nicht und ein Teil von ihm trauerte um den verlorenen Tod. Auch wenn er es sich immer noch nicht eingestehen wollte, aber alle Anzeichen sprachen dafür das er Sam in diesem Leben nicht mehr begegnen würde. Wieder einmal richtet sich sein Blick auf die kleine Kommode die so unscheinbar im rechten Eck des Wohnzimmers befand. Als er sich erhob war der Entschluss sicher und doch kam er sich Feige vor. Seine Schritte lenkten ihn zielsicher auf die Kommode zu und wie in Trance öffnete er die unterste Schublade. Unter einem Stapel an Papieren musste es liegen. Seine Lippen umspielte ein kleines Lächeln als er das Chaos in der Schublade genauer betrachtete. Sam war die beste Aurorin, eine exzellente Köchin, eine herausragende Quidditchspielerin und die einfühlsamste Person die er kannte. Doch war sie auch der unordentlichste Mensch der ihm je unter gekommen ist. Sein Lächeln wurde breiter als er an ihre ersten Streitereien dachte wegen ihrer Unordentlichkeit. Sie konnte wunderbar kochen so das man am Schluss sich kaum traute die Speisen zu Essen da sie so liebevoll angerichtet waren, doch dafür sah die Küche danach immer aus als ob Dementoren einen wilde Saufparty darin gefeiert hätten. Sie hatte ihren Weg gefunden wie sie sich arrangieren konnte aber es hatte seine Zeit gebraucht und doch wollte er nicht eine Sekunde davon missen. Er wusste das sie nicht gut heißen würde was er nun tun würde, aber er sah keinen Sinn mehr in dem was er tat. Seine rechte Hand griff tief unter den Papierstapel und suchte dort nach etwas. Seine Finger ertastete die kühle Oberfläche des Glases und schlossen sich fest um den kleinen Flakon. Festen Schrittes ging er wieder zurück zum Sofa. In seiner Hand schmiegte sich das nun warm gewordene Glas an, er musste es nicht ansehen er kannte jede Unebenheit auf diesem Flakon. In seinen Gedanken spiegelte sich das Bild wieder von eben diesem Flakon. Er wusste dass dieser ungefähr 3cm groß war und das Glas in einem dunklen Lila, das der Verschluss eine Pipette war um die Tropfen abzählen zu können die ihm Sam zurück brachten. Als er sich wieder gesetzt hat und mit einer einfachen Handbewegung den Tee erneut zum dampfen gebracht hatte hob er sein Schicksal an. Das Licht schimmerte durch das Glas und zeigte ihm ein geheimes Farbenspiel das seine Augen nicht voll erfassen konnte da es viel zu schnell wechselte. Vorsichtig so als würde es jeden Moment zerbrechen stellte er es auf den Tisch ab. Mit einer schweren Bewegung lehnte er sich in dem Sofa zurück und starrte weiterhin den Flakon an.

Er wusste nicht warum aber das Farbenspiel das die Flüssigkeit aufgrund des Feuers im Hintergrund veränderte sich. In der Sekunde in der er realisierte das die Flammen des Kamins in einen grünen Ton umschlugen schoss auch schon der erste Fluch durch die Wohnung. Nur knapp zischte dieser an seiner Niere in das Sofa und hinterließ ein Brandloch das sich sofort ausbreitet. Alle seine Sinne waren auf einen Schlag wach und aufgrund seine Trainings und seiner Erfahrungen war die Reflexbewegung zu seinem Zauberstab mehr Instinkt den angelerntes Wissen. Schwungvoll rollte er sich über das Sofa auf die Seite und entwischte so dem nächsten Zauber der genau an der Stelle einschlug auf der eben noch saß. In einem Anfall von Zynismus schallte er sich in Gedanken selber so reagiert zu haben. So wäre alles vorbei gewesen und man hätte ihm die Entscheidung abgenommen. Mit einem schnellen Blick versuchte er sich klar zu werden darüber, was den nun wirklich hier geschah. Aus dem Kamin waren inzwischen 5 Gestalten nacheinander herausgekommen. Alle waren in lange dunkle wie die der Beduinen gekleidet und somit kein Gesicht erkennbar. Was aber ersichtlich war das eine der Gestalten sich auf eine zweite lehnte so als ob sie Hilfe beim gehen brauchte. Die zweite wedelte wild mit ihrem Zauberstab herum und schoß einen Zauber nach dem anderen heraus. Vor Seerahs Augen wurde dank dieser Sprüche und der Antworten die inzwischen von den anderen drei Gestalten kamen seine Wohnung in Schutt und Asche gelegt. Das laute bersten der Möbel übertönte die Stimmen der sich angreifenden Parteien. Er war sich nicht sicher was genau hier los war, aber das diese Menschen ohne zu fragen alles zerstörten was ihm lieb und teuer war konnte er auch nicht hinnehmen. Es schien als ob die drei Gestalten die sich als recht groß erwiesen nach einem weiteren Blick langsam die überhand gewannen. Er musste was tun das war klar, sein Kopf lief auf Hochtouren während mehrer kleine und größere Explosionen um ihn herum einschlugen. Wer waren diese Leute, was wollten sie und vor allem warum gerade jetzt? Leise vor sich hin schimpfend gab Seerah seine Deckung auf und hechtet gekonnt hinter den kleinen Bartresen der in seiner nähe stand. Die Gruppe mit den zwei kleineren Beduinen hatten sich hinter den umgestürzten Esstisch, der etwas seitlich hinter ihm stand in Sicherheit gebracht und die drei anderen versuchten diesen gerade zu sprengen als Seerah durch den Tumult endlich eine Stimme heraus hören konnte. „Verdammt Seerah tu endlich etwas! Sie bricht gleich zusammen“ Er kannte die Stimme konnte aber bei dem ganzen durcheinander nicht zu ordnen zu wem sie genau gehörte. Der vertraute Klang der hinter dem Esstisch hervor gekommen war gab ihm den Ansporn dem ganzen ein Ende zu setzten. Mit einem gut gezielten Entwaffnungsspruch entledigte er dem Beduinen der ihm am nächsten war von seinem Zauberstab. Der zweite Beduine gab einen kurzen Augenblick seiner Verwunderung nach und wurde von einem grell roten Strahl getroffen der ihn zu Staub werden ließ. Noch während sich Seerah geschickt unter einer Antwort des dritten Beduinen hin weck duckte wurde auch dieser von einem roten Strahl getroffen und verwandelte sich vor seinen Augen zu einem weiteren Häufchen Staub. Der entwaffnete hatte in dies die Flucht durch den Kamin zurück ergriffen und so schnell das Chaos begonnen hatte war es auch wieder beendet. Die blauen Augen wanderten durch seine zerberste Wohnung und er ließ fassungslos den Zauberstab sinken. „Steh nicht so rum und hilf mir“ brüllte ihn die bekannte verzweifelte Stimme an. Er drehte sich wieder dem Esstisch zu um zu sehen wieder Gesichtsschleier an der Person herunter glitt. Lilane Augen trafen die seinen und in den Windungen seines Hirnes begann sich ein Knoten zu lösen. „Aber..“ seine Stimme stockte als er Benu wieder erkannte. Die Person die auf die beste Freundin Sam sich stütze stöhnte leise auf und brach zusammen. Geistesgegenwärtig überwand Seerah im gleichen Augenblick die kurze Strecke zwischen ihnen und fing sie auf. Benu sank schwer atmend neben ihn auf die Knie und löste mit zittrigen Fingern das Bündel an Kleidern auf das diese umschlang. Atemlos blickte Seerah in das Gesicht der Person von der gedachte hatte sie würde nicht mehr leben.
10.9.07 21:39


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